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Kleine Dolmetscherin
vom 04. Januar 2012
In den letzten Tagen des alten Jahres trotzten mein vierbeiniger Freund „Fritzi“ und ich dem miesen Wetter und machten uns trotz Regens auf die Beine und spazierten durch die Straßen der Stadt. „Fritzi“ interessierte sich intensiv für alle Nachrichten, die ihm andere Hunde an Hecken und Straßenlaternen hinter lassen hatten und ich betrachtete mir intensiv die rege Bautätigkeit in unserer Stadt
Als ich einmal reklamierte „auf geht’s“, sah er mich vorwurfsvoll an als wollte er sagen: „Wie lange muss ich morgens auf dich warten, wen du beim Frühstück deine Zeitung liest?“
Wir gingen gemütlich weiter und „Fritzi“ freute sich, als ihn zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren sahen und ihn sofort streicheln wollten. Doch der Opa gebot in einer fremden Sprache halt. Das ältere Mädchen sah mich fragend an: „Dürfen wir ihren Hund streicheln?“ Als ich ja sagte, sagte sie Danke und dann ließ sich „Fritzi“ von zarten Kinderhänden verwöhnen.
Neugierig wie ich nun einmal bin, fragte ich das eine Mädchen: „Du sprichst ja toll deutsch, wo hast du das gelernt.“ Der Opa wollte zunächst wissen, was ich gefragt hätte und sie übersetzte es ihm. Dann antwortete sie mir: „Ich bin marokkanisch, lebe aber mit meinen Eltern hier in Deutschland und habe eure Sprache gelernt.“ Als ich fragte, wie alt sie sei, antwortete sie völlig unbefangen: „Vier Jahre:“ Dann begann sie zu dolmetschen, dass es eine Freude war, ihr zuzuhören. Sie würde sich hier wohl fühlen und hätte schon Freunde und ihre Schwester würde bestimmt auch noch deutsch lernen. Zwischendurch hatte der Opa noch die eine oder andere Frage, die sie souverän aus dem marokkanischen übersetzte. Dabei unterstrich sie jeden fertigen Satz mit einem lässigen „okeh“, was heißen sollte: Hast du es verstanden?“
Als sich unsere Wege trennten wurde „Fritzi“ noch mit einer Streicheleinheit verwöhnt und ich mit einem „bye, beye“ verabschiedet. Mit der Erkenntnis, dass Kinder ein wichtiger Integrationsfaktor sind und wir unsere kleine „Dolmetscherin“ nicht so schnell vergessen werden traten wir den Heimweg an. . .
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