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Die Geschichte der Stadt Neu-Isenburg

Lesen Sie hier die wichtigsten historischen Momente in der Geschichte der Stadt Neu-Isenburg nach. Klicken Sie auf die einzelnen Überschriften um Details zu dem jeweiligen Ereignis zu erfahren.


1699 :: Gründung Neu-Isenburgs

Gilt als Gründungsjahr der heutigen Stadt Neu-Isenburg. Am 24. Juli 1699 leisteten 34 französische Familienväter im Offenbacher Schloß Graf Johann Philipp von Ysenburg und Büdingen den Treueeid. Im Gründungsprivileg billigte der Landesherr der französisch-reformierten Kirchengemeinde und ihrem Konsistorium die weitergehenden Selbstverwaltungsrechte der reformierten französischen Kirchenordnung zu.

1700 :: Erster Gottesdienst

Am Himmelfahrtstag des Jahres 1700 hält der Offenbacher Pfarrer Isaak Bermond den ersten Gottesdienst in Neu-Isenburg.

1702 :: Grundsteinlegung einer Kirche und des Rathauses

Im Mai 1702 erfolgte die Grundsteinlegung einer Kirche am Marktplatz, die 1708 fertiggestellt war und 1773 durch eine Kirche aus Stein ersetzt wurde. Ende Februar/Anfang März 1702 wird die Isenburger evangelisch-reformierte Gemeinde gegründet. Im gleichen Jahr lässt Graf Johann Philipp auf seine Kosten auf dem Marktplatz ein kleines Rathaus errichten, das zwar bereits 1876 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, aber bis in die heutigen Tage ein vielfach dargestelltes Symbol für die Stadt Neu-Isenburg geblieben ist.

1704 :: Das erste Schulhaus

Ecke Pfarrgasse/Wiesenstraße entsteht das erste Schulhaus, in dem Jungen und Mädchen in französischer Sprache und reformiertem Glauben unterrichtet werden. Das Gebäude, seit 1838 in Privatbesitz, ist bis heute erhalten und steht unter Denkmalschutz.
Erste Deutsche siedeln in Neu-Isenburg.

1706 :: Bau der Bansamühle

Graf Johann Philipp gestattet Andreas Löber den Bau einer Mühle mit Wohnhaus und Nebengebäuden. Das Anwesen geht 1766 in den Besitz der Familie Bansa über und wird als Sommerhaus genutzt. Es wurde Treffpunkt vieler Frankfurter Familien. Heute, im städtischen Besitz, beherbergt die barocke "Bansamühle" den Trausaal des Standesamtes und bietet zusammen mit dem Bansapark ein romantisches Ambiente.

1781 :: Lutherisches Schulhaus

Das erste deutsche (lutherische) Schulhaus entsteht und kann 1783 bezogen werden (heute Frankfurter Straße/Schulgasse, genutzt vom Bürgeramt).

1816 :: Zuordnung Hessen-Darmstadt

Neu-Isenburg fällt in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt.

1823 :: Katholische Einwohner

Katholische Einwohner finden erstmals Erwähnung.

1829 :: Deutsch ist "in"

Deutsch wird in Neu-Isenburg Amtssprache und der französische Unterricht abgeschafft.

1852 :: Eigene Haltestelle

Neu-Isenburg erhält eine weit westlich der Stadt gelegene eigene Haltstelle an der 1846 in Betrieb genommenen Main-Neckar-Bahn.

1865 :: Poststelle

Die Stadt erhält eine Poststelle des Fürsten von Thurn und Taxis.

1876 :: Erste katholische Kirche

Die katholische Gemeinde errichtet ihre erste Kirche, die sehr rasch zu klein wird. 1911 wird die Pfarrkirche St. Josef geweiht.

1889 :: Die Waldbahn

Die Waldbahn geht in Betrieb (die heutige Straßenbahn nach Frankfurt).

1894 :: Stadtrechte

Neu-Isenburg erhält durch Großherzog Ernst Ludwig die Stadtrechte.

1895 :: Höhere Bürgerschule

Bau der Höheren Bürgerschule (Vorgängerin des Goethe-Gymnasiums).

1897 :: Aufstand der Neu-Isenburger Wäscherinnen

Erstmals in Deutschland begeben sich Frauen in einen Streik für bessere Arbeitsbedingungen.

1907 :: Bertha Pappenheim (1859-1936)

Die Frauenrechtlerin und Gründerin des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland, eröffnet das Schutz- und Erziehungsheim „Isenburg“, in dem ledige Mütter mit ihren Kindern Schutz und Aufenthalt finden. Am 10. November 1938 wird das Gebäude Taunusstraße 9 durch Isenburger Nationalsozialisten in Brand gesetzt. 1942 wird das Haus von den Nazis aufgelöst, die Bewohnerinnen (zumeist Kinder) in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Heute befindet sich im Gebäude Zeppelinstraße 10 die städtische Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim.

1932 :: Historisches Postgebäude

Das Postgebäude in der Hugenottenallee wird eröffnet (heute städtischer Besitz und unter Denkmalschutz).
Erschließung der Buchenbusch-Siedlung.

1937 :: Zeppelinheim

Als Siedlung der Luftschiffer entsteht die selbständige Gemeinde Zeppelinheim

1943 :: Die Bomben fallen

Am 20. Dezember 1943 sterben 45 Menschen im Bombenhagel. Fast die Hälfte der Bevölkerung wird obdachlos.

1945 :: Kriegsende

Am 26. März 1945 erreichen die amerikanischen Streitkräfte Neu-Isenburg. Für die Menschen dieser Stadt ist der Krieg zu Ende.

1948 :: GeWoBau

Gründung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Neu-Isenburg mbH. Bis heute hat die GeWoBau 2.400 Wohnungen errichtet.

1949 :: 250 Jahre Neu-Isenburg

Neu-Isenburg feiert die 250 Jahrfeier in einem Festzelt auf dem Wilhelmsplatz. Großes Festkonzert u.a. mit Franz Völker und Anny Schlemm. Franz Völker und Wilhelm Arnoul werden Ehrenbürger der Stadt. Es ist die hohe Zeit der Gesangvereine (Neu-Isenburg, die Stadt der 1.000 Sänger).

1956 :: Rathaus

Einweihung des Neu-Isenburger Rathauses in der Hugenottenallee.

1960 :: Gravenbruch

Baubeginn für die auf private Initiative entstehende "Wohnstadt Gravenbruch"

1969 :: Partnerschaften

Neu-Isenburg schließt mit den französischen Städten Andrezieux-Boutheon und Veauche die ersten Städtpartnerschaften. Heute bestehen zu weiteren 4 Städten Kontakte.

1972 :: Sportpark

Eröffnung des Hallenbades und der Sporthalle im Sportpark

1977 :: Willkommen Zeppelinheim

Im Zuge der Gebietsreform wird Zeppelinheim ein Stadtteil der Stadt Neu-Isenburg. Eröffnung der Hugenottenhalle. Das Isenburg-Zentrum öffnet seine Läden.

1984 :: Haus der Vereine

In der St. Florian-Straße wird der neue Feuerwehrstützpunkt in Betrieb genommen. Das alte Feuerwehrhaus in der Offenbacher Straße wird zu einem Haus der Vereine.

1985 :: Gründung des GHK

55 Neu-Isenburger gründen den Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg (GHK) e.V.

1990 :: Weida

Schon kurz nach der Wende schließt Neu-Isenburg eine Städtepartnerschaft mit der thüringischen Stadt Weida.

1996 :: Thomas Reiter

Der Neu-Isenburger esa-Astronaut Thomas Reiter unternimmt als erster Europäer zwei Spaziergänge im Weltraum. Die Mission auf der Raumstation MIR dauert 180 Tage. Er wird zum Ehrenbürger ernannt.
Bürgermeister Robert Maier wird anlässlich des Ausscheidens aus dem Amt zum Ehrenbürger ernannt.
In der Zeppelinstraße 10 wird das Bertha-Pappenheim-Haus als Seminar- und Gedenkstätte eröffnet.

1997 :: Stadthaus und Bürgeramt

Mit der Eröffnung des Bürgeramtes wird auch das neu gestaltete Areal des Alten Stadthauses seiner Bestimmung übergeben.

1999 :: 300 Jahre Neu-Isenburg

Neu-Isenburg feiert 300 jähriges Bestehen. In einer Festsitzung spricht Oberbürgermeister a.D. Manfred Rommel in der Hugenottenhalle vor 1000 Gästen. Frau Kammersängerin Anny Schlemm wird Ehrenbürgerin
der Stadt Neu-Isenburg.

2001 :: Erlenbachaue

In der Erlenbachaue wird auf den ehemaligen Bleichwiesen der Wäscherinnen ein Alten- und Pflegeheim errichtet.

2005 :: Waldschwimmbad

Nach umfassendem Umbau und Sanierung wird im historischen Gebäude des Waldschwimmbads wieder ein Restaurant eröffnet.

2006 :: Von der WM bis ins Weltall

FIFA WM Camp
Vom 23. Mai bis 7.Juli ist Neu-Isenburg offizielles FIFA WM Camp. Die Schiedsrichter und deren Assistenten wohnen und trainieren in Neu-Isenburg. Vom 7.6. bis 7.7. wohnt auch Franz Beckenbauer, der Präsident des Organisationskomitees, in Neu-Isenburg im Kempinski Hotel Gravenbruch.

Thomas Reiter startet mit "Discovery"
Am 4. Juli startet der ESA-Astronaut und Neu-Isenburger Ehrenbürger Thomas Reiter als Mitglied einer siebenköpfigen Crew mit der Raumfähre „Discovery“ vom Kennedy Space Center in Florida zur Internationalen Raumstation ISS. Als erster ESA-Astronaut kommt Thomas Reiter am 3. August zu einem Außenbordeinsatz.
Rechtzeitig vor Weihnachten am 22. Dezember 2006 landet die Raumfähre „Discovery“ u.a. mit Thomas Reiter an Bord wieder in Cape Canaveral in Florida. Der 48 Jahre alte Oberst der Luftwaffe hat nun 350 Tage, fünf Stunden und 35 Minuten im erdnahen Weltraum verbracht, davon vor 11 Jahren 179 Tage auf der inzwischen verglühten russischen Raumstation „Mir“.

November 2006
Die Stadt Neu-Isenburg erwirbt das älteste Haus der Stadt aus dem Jahre 1703 oder 1704, das Alte Schulhaus in der Pfarrgasse. Diese erste öffentliche Schule stand unter strenger Dienstaufsicht des französisch-reformierten Konsistoriums. Der Lehrer unterrichtete alle Altersstufen von 6-13 Jahren vormittags und nachmittags in französischer Sprache in Katechismus, Lesen, Schreiben und Rechnen. Der Lehrer war gleichzeitig Vorleser und Vorsänger der Kirchengemeinde und verdiente 1723 Gulden im Jahr. Die deutschsprachige Aufschrift an dem Haus wurde viel später aufgebracht. Das Haus wird nun kartiert und saniert. Die Nutzung ist noch nicht entschieden.

2007 :: Holzmann, eine neue Straße und Umbauarbeiten

FebruarNeugestaltung des Holzmann-Areals
Auf dem Holzmann-Areal beginnt die Neugestaltung. Der Eigentümer Jürgen B. Harder will dort ein Logistik-Zentrum einrichten. Mit den Abbrucharbeiten der alten Werksanlagen wurde begonnen, Anfang April richtet Siemens das weltgrößte Lager für medizinische Geräte ein. Von Neu-Isenburg aus werden sie in alle Welt versandt.

29. Mai Thomas-Reiter-Straße
Thomas Reiter berichtet in der mit 1148 Plätzen restlos besetzten Hugenottenhalle von seiner Mission auf der Internationalen Raumstation ISS. Als Geschenk an seine Heimatstadt überreichte er die Neu-Isenburger Stadtfahne, versehen mit einem Stempel der ISS an Bürgermeister Oliver Quilling. Die Fahne erhielt Thomas Reiter bei einem Besuch des GHK am 5.3.2005 anläßlich einer Veranstaltung im Musiksaal der Brüder-Grimm-Schule.
Die Stadt Neu-Isenburg benennt eine Straße nach Thomas Reiter im neuen Baugebiet „Birkengewann“, nördlich der Friedhofstraße.

Oktober – Bebauung des Güterbahnhofgeländes
Die Stadt Neu-Isenburg erwirbt von der Bahn das ca. 10.000 m² große Güterbahnhofgelände und verkauft es an einen Investor. Dieser baut die alte Güterhalle um zu einem Bistro und errichtet auf dem weiteren Gelände ein Autohaus. Das Stellwerk wird dem Isenburger Modelleisenbahn-Club als Vereinsheim übertragen und saniert.

2008 :: Politik, Wirtschaft und Architektur

März
Bürgermeister Oliver Quilling wird nach erfolgter Wiederwahl in sein Amt eingeführt.

August
Der Neubau des Kinder- und Familienzentrum Gartenstraße wird bezogen. Die Einrichtung hat viel Platz für 140 Grundschulkinder, 4 Kindergartengruppen und eine U3 Kleinkindergruppe. Die Baukosten betragen 5 Millionen Euro.
Die Stadtwerke Neu-Isenburg GmbH feiern 110 Jahre Bestehen mit einem großen Tag der Offenen Tür.

September
DuPont verlegt seine Deutschlandzentrale von Bad Homburg nach Neu-Isenburg

Oktober
Die Sanierung des Bürgerhauses Zeppelinheim ist abgeschlossen mit Baukosten von 1,9 Millionen Euro.


Auf „300 Jahre Neu-Isenburg“, den Katalog zur Jubiläumsausstellung der Stadt Neu-Isenburg, wird ausdrücklich verwiesen.